Elektroschrott in Ghana
Recycling von Computern und anderen elektronischen Geräten findet, um Kosten zu sparen, vorwiegend in Entwicklungsländern statt. 8,7 Millionen Tonnen Elektromüll werden jährlich in Europa produziert und ein Teil davon illegal nach Afrika verschifft. Vieles wird dabei als funktionierende Gebrauchtware oder Entwicklungshilfe bezeichnet, ist aber oft nur giftiger Elektromüll, der die Gesundheit der menschen und die Umwelt gefährdet.
Die Agbogbloshie Müllkippe in Accra, Ghana, ist der größte Elektroschrottplatz Westafrikas: Hier leben mehr als dreitausend Menschen in Slums - in Armut und unter schlimmsten hygienischen Bedingungen. Mit dem Zerlegen und Wiederverwerten von Computermüll verdienen sie ihren Lebensunterhalt. Sie nehmen Computer, Fernseher und Kühlschränke auseinander und verbrennen die Innereien in offenen Feuern, um Metalle wie Kupfer und Aluminium daraus zu gewinnen. Dabei entstehen schwarze Rauchwolken angefüllt mit giftigen Gasen. Regen schwemmt die Schwermetalle aus, der Boden, die Flüsse, die Fische werden verseucht. Giftstoffe wie Blei, Kadmium und Quecksilber kommen in Konzentrationen vor, die die Normalwerte bis zu 100-fach übersteigen.