Albinos in Tansania
In den Dörfern im Norden Tansanias leben zehnmal so viele Albinos wie im weltweiten Durchschnitt. Sie haben ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken und werden oft diskriminiert. Ignoranz, Aberglaube und Vorurteile machen sie zu gesellschaftlichen Außenseitern. Teile ihrer Körper, davon seien vor allem Fischer und Goldminenbesitzer überzeugt, können zu Reichtum verhelfen. Tansania steht wegen ca. 40 ermordeten Albinos seit November 2007 in der internationalen Kritik. Die Behörden des Landes sprechen von einem wachsenden kriminellen Geschäft mit Albino-Körperteilen. Besonders groß ist die Gefahr in ländlichen Gegenden, wo die Bevölkerung weniger gebildet und abergläubiger ist. Organisationen oder Selbsthilfegruppen versuchen, mit Demonstrationen und Seminaren aufzuklären, um die Lebenssituation der Albinos zu verbessern.
Jacob Mwinula, 21 Jahre, ist ein Albino. Er stammt aus einem Dorf in der Nähe von Mkula, im Mwanza Distrikt im Norden Tansanias. Dort hatte er aufgrund seiner Hautfarbe als Landwirt keine Zukunft, fühlte sich bedroht und studiert heute im zweiten Semester Jura an der University of Dar es Salaam.