Plastische Chirurgie in Entwicklungsländern
Während sich bei uns die plastische Chirurgie oft mit der Verjüngung des Gesichts befasst, geht es in vielen anderen Ländern meistens an erster Stelle um die Wiederherstellung von Funktionalität, an zweiter Stelle steht die Schönheit. In Ländern Südostasiens und in einzelnen Ländern Afrikas und Südamerikas ist die plastisch-rekonstruktive Chirurgie ein Mittel gegen soziale Isolation. Dort leiden viele Menschen, die entstellt sind z. B. mit Verbrennungen, Gesichtstumoren oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten ihr Leben lang psychisch und körperlich unter sozialer Ausgrenzung. Sie werden angestarrt, wie Aussätzige behandelt, niemand kümmert sich um sie. Die angeborene Missbildung oder Krankheit wird oft als Zeichen eines göttlichen Fluches angesehen. Viele Kinder werden von ihren Eltern verstoßen und müssen in Isolation und Einsamkeit vegetieren. Sie sterben meistens früh an Unterernährung, weil sie aufgrund der Fehlbildungen schlecht Nahrung aufnehmen können, oder sie ihnen verweigert wird. Mit geringem medizinischem Aufwand könnte man den Menschen wieder ein Gesicht geben und sie damit in die Gesellschaft zurückführen.
Die Fotos sind 2004 / 2005 in Krankenhäusern in Indien / Cochin und Kamerun / Ngaoundere mit Unterstützung deutscher Ärzte entstanden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, entstellte und verletzte Menschen in Entwicklungsländern mit kostenfreien Operationen zu versorgen und ihnen so wieder ein normales Leben zu ermöglichen.